Qype: Romanisches Cafe in Berlin


BerlinEssen & TrinkenCafes & Coffee ShopsCafes

Name ist Schall und Rauch?

Wird das „Romanische Café“ im Waldorf Astoria am Zoofensterwieder wieder auferstehen? Im Spätherbst 2011 werde ich es wissen. Wie oft bin ich bei so seltsamen Sachen, die gastronomisch in Berlin geplant werden, neugierig. Olivier Harnisch, der Vice President International Operations Germany & Switzerland, Hilton Worldwide plant die Namensrechte für das Etablissiment zu erwerben.

Die Namensrechte gehören derzeit der „Romanisches Cafe Verwaltungs-Gesellschaft mbH“ in der Nizza Klasse 43 und der SWAN OPERATIONS Ltd., Abu Dhabi, AE.(Klasse 30: Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Reis, Tapioka, Sago, Kaffeeersatzmittel; Mehle und Getreidepräparate, Brot, feine Backwaren und Konditorwaren, Speiseeis; Honig, Melassesirup; Hefe, Backpulver; Salz, Senf; Essig, Soßen (Würzmittel); Gewürze; Kühleis, Klasse 41: Erziehung; Ausbildung; Unterhaltung; sportliche und kulturelle Aktivitäten Klasse 43: Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen).

Ein Vorschussverlag hat sich weiterhin den alten Namen auf seiner Internetsite an die Brust geheftet und erwähnt matrialisch werblich viele Künstler, die im historischen Romanischem Café verkehrt haben. Im sogenannte Schwimmerbassin trafen sich damals: “ Alexander Roda Roda, Alfred Döblin, Alfred Flechtheim, Alfred Kerr, Alfred Polgar, Anton Kuh, Bertolt Brecht, Billy Wilder, Bruno Cassirer, Christian Schad, Egon Erwin Kisch, Else Lasker-Schüler, Emil Orlik, Erich Kästner, E.M. Remarque, Ernst Deutsch, Ernst Toller, Franz Molnár, Franz Werfel, Friedrich Hollaender, Otto Hebstreit, George Grosz, Gottfried Benn, Grete Mosheim, Hanns Eisler, Hugo Lederer, Irmgard Keun ,Joachim Ringelnatz, Klabund, Mascha Kaléko, Max Liebermann, Max Oppenheimer, Max Slevogt, Otto Dix, Rudolf Steiner, Stefan Zweig, Sylvia von Harden, Trude Hesterberg, Willi Kollo.“

Im Nichtschwimmerbecken, wo die erfolglosen und namenlosen Künstler ihr Quartier hatten, war mein Großvater Richard Hebstreit in den zwanziger Jahren öfters Kaffe trinken, wenn er in Berlin weilte. Nicht wegen der Dichter und Denker, sondern wegen einiger Spediteure, die hier opulent täglich frühstückten. Er machte mit denen Geschäfte um Salz aus Thüringen nach Ostpreußen mit der Reichsbahn zu versenden.

Eine Schnurre von damals hab ich von Opa erzählt im Gedächtnis: Der damals bekannte Reiseschriftsteller Colin Ross, der schwer nationalsozialistisch angehaucht war, begrüßte im Romanischen Café Egon Erwin Kisch mit den Worten: „Guten Morgen Herr Kitsch!“ Egon antwortete „Guten Morgen Herr Rotz!“

Sei es wie es sei, wenn das „Romanische Café“ wieder eröffnet wird, wird der nicht namentlich erwähnte Vorschussverlag sicher seinen Stand oder Tisch mit riesigem Werbebrimbamborium präsentieren. Seine Dichter werden, ob sie es wollen oder nicht, weiter zu literarischen Nichtschwimmern erklärt sein. Wer so bescheuert ist und zehntausend Flocken ausgibt, damit sein eigenes Buch erscheint, kann literarisch gesehen nicht schwimmen!

Goethe:
„Gefühl ist alles;/Name ist Schall und Rauch,/Umnebelnd Himmelsglut.“ –

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Romanisches_Caf%C3%A9
http://www.tagesspiegel.de/berlin/romanisches-cafe-am-zoofenster/1939970.html
http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/397095236/DE

Mein Beitrag zu Romanisches Cafe – Ich bin rhebs – auf Qype

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s