Qype: FC Magnetbar in Berlin


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Rahel Varnhagel lässt grüßen!

„Geh ma hin zur nerd-night, knips ein paar Fotos, schau, schreib mal, was die da machen!“ sagt mir ein Bekannter, der lieber bei dem komischen Herbstwetter zu Hause bleiben wollte.

Hab mich dann im Internet vorinformiert. Wer wo was sind „Nerds“?
Das war schnell erledigt. Das Netz ist voll mit Informationen.
(So stellt sich nerd-night pressemäßig selber vor: http://berlin.nerdnite.com/presse/)

So fünf Minuten nach offiziellem Beginn war ich im FC Magnet Mitte.
Es war proppevoll und fand doch noch einen Platz in der ersten Reihe. Um mich herum Leute im Alter meiner Kinder, um die Dreißig.

Nach einem kurzem Statement der Organisatoren ging es los mit
einem Vortrag von „Laser Babs“ Barbara Zittermann. Barbara
referierte über die physikalischen Grundlagen der Eigenschaften des
Laserlichtes. Barbara Zittermann ist Profi auf diesem Gebiet und brachte das Thema pupulärwissenschaftlich locker und kurzweilig rüber. Als sie fertig war, war sie kurz vor einer STANDING OVATION und brachte dem Publikum die Genugtum, an diesem Abend nicht vor dem TV zu verblöden, sondern zusätzliches Wissen gebunkert zu haben.

Vor hundertzwanzig bis vor einhundertdreißig Jahren aber gab es in Berlin
schon mal sowas. Einen literarischer Salon der Rahel Varnhagen in der Jägerstraße, dicht am Gendarmenmarkt, in dem Wissenschaftler, Künstler, Politiker auf Augenhöhe miteinander kommunizierten und sich gegenseitig auch mit Vorträgen voll ballerten. (Jean Paul, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Mendelssohn, Heinrich Heine, und der Fürst Hermann von Pückler-Muskau,…). In dem Sinne sind „nerd- nights“ keine amerikanische Erfindung, wie von der Presse bisher abgeschrieben und abgeschrieben wurde.

Danach, nach dem „LASERN“ wirbelten die Bilder von Magdalena Böttger vom Beamer an die Wand, mit denen sie die Geometrie islamischer Muster erklärte. Das manche der Muster Fonts, also Schriften sind, in dem Koranverse visualisiert werden, war mir fast neu. Oder ich hab es vergessen. In der christlichen Ikonographie und der Symbolik grafischer Elemente ist es relativ leicht, diese zu interpretieren. Man bekommt sie als Gläubiger tausendfach in Kirchen und Druckschriften vor gebrezelt und verinnerlicht das dann. Bei den Muselmanen ist das ein wenig komplizierter aber auch genau so krumm und komisch, wie bei manchen Symboliken des Christentums.

Schnell fand die Magdalena heraus, das die hundertfach duplizierten Sechseck-Achteck-Neuneck… definierten Ornamente, die Moscheen, heilige Schreine und Koranausgaben mit ebenso komplexen wie ästhetischen Mustern verzieren, ganz schön krumm besonders in den Lücken der Hauptornamente sind. Ich hab das bisher nie so gesehen, für mich war das alles perfekt. Dank Barbara ist meine Ehrfurcht total verschwunden. Ich sehe das jetzt auch so.

Weniger Ehrfurcht hatte ich dann bei Henning Grothe: „Buffy lesen – Subtexte in Sunnydale“. Ob wohl mir das Thema „Buffy – Der Vampir-Killer ist eine US-amerikanische Horrorkomödie der Regisseurin Fran Rubel Kuzui aus dem Jahr 1992.“ Sowas geht mir total am Arm vorbei, dachte ich und wollte dann heim. Gut, das ich geblieben bin.

Das Publikum war gespannt wie Schmidts Katze. Eine Radio-Fritz Reporterin wuselte mit dem Mikrofon herum, um die Meinungen, der Gäste auf Mikrofon zu bannen. Dann legte der Henning los und nahm literaturwissentschaftlich Buffy auseinander wie eine Weihnachtsgans. Das hatte Hand und Fuß. Wo mancher Literaturwissenschaftler sechshundert Seiten benötigt, um die Plots und Tricks des Autors zu entlarven, brauchte Henning Grothe zwanzig Minuten. Buffy geht mir immer noch am Arm vorbei, aber ich seh das jetzt mit der lirearischen Verkärtheit, wie ich „Hänsel und Gretel“ sehe.

Ich schau demnächst wieder nach den Themen, die dort bei nerd-night präsentiert werden und schau sicher mal wieder vorbei. Dann aber lockerer, ohne die schwere Kamera auf den Knien. Die wechsel ich dann aus, gegen eine Flasche Bier, wie bei allen anderen!

© Richard Hebstreit 2010

Mein Beitrag zu FC Magnetbar – Ich bin rhebs – auf Qype

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