Qype: Galerie Petra Lange in Berlin


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Viel „REALISTEN“ wenig „ABSTRAKTE“!

Ich mag die „ABSTRAKTEN“ und ich mag die „REALISTEN“ in der Bildenen Kunst . Das ist ähnlich wie bei der Musik für mich. Rock ’n’ Roll und Walzerklänge. Alles zu seiner Zeit.

In der Galerie Petra Lange sind die Modernen Realisten mehrheitlich präsent und derzeit kann man einige dieser Protagonisten noch bis Anfang Februar 2011 sehen und wer will auch kaufen. Die Gruppenausstellung “Himmelsbilder“ – Malerei: Peter Berndt , DESSA, Joachim Bayer, Detlef Olschewski, M. Sullivan, Elisabeth Störmer-Hemmelgarn.

Obwohl ich Rock and Roll eigentlich den ABSTRAKTEN zuordne, sind die Bilder von Elisabeth Störmer-Hemmelgarn für mich Rock and Roll. Ich fotografiere gerne Landschaften mit grandioser Wolkendramatik.
Das, was die Elisabeth mit dem lustigem Nachnamen da malerisch in Sachen Wolken macht, bekomme ich mit meiner Kamera selten hin, weil ich sie kaum dabei habe, wenn die schmutzige Berliner Luft diese Strahlenerscheinungen der Sonne zeigt, ohne das es Kitsch wird. Elisabeth Störmer-Hemmelgarn braucht diesen meinen Augenblick nicht. Sie braucht ein paar Tuben Acrylfarbe, Papier, Leinwand und draußen mag es rattendunkel sein. Bei Ihr scheint die Sonne durch den Pinsel.


http://www.elisabeth-stoermer-hemmelgarn.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_St%C3%B6rmer-Hemmelgarn

„Schlachtfeld Seelower Höhen 1995, Acryl auf Nessel, 120 x 160 cm“ Sie hat hier das Blut der Toten mit gemalt. Junge Leute denken da bei dem Bild heute sicher, „Feiner Mohn das!“ Die REALISTEN haben es in Deutschland und auch der Berliner Kunstszene nicht einfach. Seit April 1990 haben sich rund 100 Künstler im »Künstlersonderbund in Deutschland – Realismus der Gegenwart« zusammen gefunden. (http://www.kuenstlersonderbund.de) Es ist praktisch eine abgespaltene Sezession vom Deutschen Künstlerbund. Sammler, Liebhaber, Rezipienten hat die Galerie Petra Lange nicht wenige. Wenn es eine Vernissage dort gibt, stehen vor der Türe mehr Leute, als schräg gegenüber vor´m Jazz-Club A-Trane Berlin zu Albert Mangelsdorfs Zeiten.

Die Problemchen, die die modernen REALISTEN in der Öffentlichkeit heute noch manchmal haben, erinnert mich an Probleme, die der Maler Karl-Hermann Roehricht (geb. 1928 Leipzig) mehrfach hatte.

Gegen seine Eltern wurde Karl-Hermann Roehricht Maler. Mitte der 1950er Jahre studierte er an der Hochschule für bildende Kunst in West-Berlin bei Hofer. Danach kam ein Jahr Akademie der schönen Künste Palermo und Studienreisen durch Frankreich und Italien. An der HfBK und International war damals ABSTRAKT angesagt. Karl-Hermann Roehricht war aber Realist bis auf die Knochen und haute ab aus Westberlin in die DDR. Nach Leipzig und dann nach Erkner. Nur, die konnten dort mit seiner Art trockenen Realismus wenig anfangen.

Der „Sozialistische Realismus“ ging damals oft in Richtung „Röhrender Hirsch vor Waldlichtung“, nur das der Hirsch damals ein Traktor, ein Fabrikgebäude oder ein Panzer war. Er entzog sich dem Ostdeutschen Kunstbetrieb und wurde Autor von Romanen und Kurzgeschichten.“Vorstadtkindheit“, „Meine Privatgalerie“, „Monologe“, „GROSSSTADTMITTAG“, „Waldsommerjahre“ „Die verlorenen Eltern“. Bis „Waldsommerjahre“
handeln seine Texte fast nur von der Malerei und den Problemen eines Malers des REALISMUS. Ich finde es lesenswert, wenn man sich mit realistischer Malerei auseinander setzen möchte. Seine Bücher bekommt man heute im Internet zum Wochenzeitungspreis.

In den 70ern hatte Karl-Hermann Roehricht die Stasi an der Backe. 1984 verließ er die DDR, weil er genug von ihr hatte und die DDR Gewaltigen hatten genug von Karl-Hermann Roehricht. In München dann war er zwar
vom DDR Streß weg, nur die Galeristen dort wollten keinen Realisten dieser Art. Nach der Wiedervereinigung zog er wieder nach Berlin. Kaum jemand kräht heute noch nach ihm. Im Internet ist er nicht mal bei Wikipedia
präsent. Man muß ihn wie eine Stecknadel im Heuhaufen suchen.

http://www.acc-weimar.de/ausstellungen/a184/?id=97
http://www.deutschefotothek.de/?df_bo-pos-04_0000129&dmode=zoom
http://www4.moz.de/index.php/Moz/ArticleImage/id/287559

„Er ist ein Mensch, der unter der Teilung Deutschlands besonders gelitten hat, weil er sich dauernd gezwungen sah, die Seiten zu wechseln, ohne jeweils ein willkommener Gast zu sein.“ sagte der Schriftsteller Gerhardt
Wolf über seinen Freund Karl-Hermann Roehricht.“

Die Galerei Petra Lange sorgt dafür, dass es traurige Malerschicksale wie die von Karl-Hermann Roehricht weniger gibt!

© 2010 Richard Hebstreit

PS: Wer auf ABSTRAKT steht…..von DESSA ist was phänomenales zu sehen!

Mein Beitrag zu Galerie Petra Lange – Ich bin rhebs – auf Qype

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