Qype: designpanoptikum – museum für skurrile objekte in berlin


berlinFreizeit & AusfluegeMuseum und AusstellungFreizeit & AusfluegeGalerienShoppingAntiquitaeten

Eine Phantasietankstelle in Berlin!

Vor vielen Jahren fiel mir ein Buch in die Hand. „Ursprung der Dinge“ von Professor Julius Lips. Der beschrieb da die Kulturgeschichte des Menschen. Um Kultur geht es da aber nicht so vordergründig. Es ging um die Entwicklung der Handwerkszeuge und technischer Hilfsmittel der Menschen seit den Urzeiten. Mit den Entwicklungsstand von vor ca. tausend Jahren hat er aufgehört.

Kindergasmaske
Kindergasmaske

Vlad Korneev hat Dinge aus den letzten hundert Jahren in der Torstraße im Designpanoptikum gehortet. Er präsentiert sie ohne wissenschaftliche Erklärung. Es gibt keinerlei Erklärungen. Dann bringt er die Dinge in völlig neue Zusammenhänge oder verändert Positionen und Perspektiven. Ich, als alter technisch gebildeter Knacker mit den Weihen eines Deutschen Ingenieurs kann mit vielen Sachen was anfangen, weil ich so achtzig Prozent der Sachen erkenne. Doch vieles ist mir auch ein Rätsel. Vieles kann man anfassen, mieten, fotografieren, ja kaufen. Im Eingangsbereich der Exposition lagern die sogenannten „Jungster Antiquitäten“ mit Schwerpunkt 50er, 60er, 70er. Die kann man dort erweben. Ein Nierentisch gibt es für zwischen Vierzig und Hundert Euros.

eiserne Lunge

Gerade jungen Leuten wird vieles dort komisch vorkommen. Komisch ist aber nur das eigene Gehirn, das die Sachen unerklärlich und seltsam definiert. Es ist aber nicht seltsam, das man mit einer dortigen Nähmaschine Zirkuszelte nähen konnte oder Zaumzeug für Pferde vernieten. Es gibt Geräte, da könnte man bei völligem Stromausfall Zahnwurzeln auf bohren. Man braucht nur mit dem Fuß zu wippen. Es gibt Sachen, die brauchte man, um effektiv Leute leise ab zu murksen. Die Formen und der Habitus der Dinge wirken aus der Zeit gerissen. Als betrachtet man rückwärts Utopien von makabren Ereignissen. Alles ist harmlos und sieht trotzdem gruselich aus. Für Gothikfans wäre es praktisch eine Input-Kathedrale neuer Zusammenhänge für zukünftiges Interieur. Für ambitionierte Fotografen, die ein Fable für Andrzej Dragan haben und Fotos „draganized“ trimmen wollen ein Hort, wo man die Filter vom Andrzej fast vergessen kann, um die Welt skuril und angekratzt aussehen zu lassen.

???
???

Die Farben, die Formen der Dinge, alles fand ich herrlich an zu sehen. In jeder Ecke gibt es Überaschungen. Manches mutet ein wenig medizinisch an, doch ist es das immer nicht. Es schaut halt nur so aus. Schade ist, das das alles in Plattenbauenge gestopft ist und die Inszenierungen manchmal ein wenig unübersichtlich sind. Irgendwie ist aber auch die Enge und die niedrige Deckenhöhe der Kick. Ein 18mm Weitwinkelobkektiv sollte man schon dabei haben und ein Stativ, um das irre Licht der Dinge ein zu fangen.

Manchmal drin dachte ich, ich hab was geraucht oder komische Tabletten gegessen. Scotty hat mich dann wieder komplett und heil auf die Torstraße im Jahr 2011 gebeamt.

Mein Beitrag zu designpanoptikum – museum für skurrile objekte – Ich bin rhebs – auf Qype

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s