Qype: Linumer Bruch (Fontane) in Linum


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Linumer Bruch liegt eigentlich in Schweden!
Oder warum man Fisch in Linum mit einem langen Messer isst.

Wenn man in diese Gegend fährt, könnte man ein USB Stick mit dem „Fehrbelliner Reitermarsch“
mit nehmen. Und kurz vor Fehrbellin auf die Start Taste drücken. Viele der älteren Menschen kennen diese Melodie noch, die oft in Kneipen nach fünf bis zehn Bier gegrölt wurde. „Wir wolllen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben“. „In dieser Form zum Gassenhauer geworden, symbolisierte die Melodie sowohl einen nostalgisch-verklärenden als auch einen kritisch-ironischen Umgang mit der „guten alten Zeit“. Der Marsch ist nicht so sehr alt. Der Militärmusiker Richard Henrion hat den Marsch 1893 komponiert. Die Aufführungsrechte der Marsches liegen heute noch beim Verlag W. Ehrler & Co. in München.

Theodor Fontane beschreibt in senen Erinnerungen „Der alte Derflinger“ ein wenig die Historie des Ereignisses, auf dem die schmetternden Klänge von Henrion sich beziehen sollen. Galoppierende Pferde im Sumpf und Matsch von Brandenburg.

„In der Schlacht bei Fehrbellin im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg besiegte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg am 18. Juni 1675 die Schweden und eroberte nach diesem Sieg bis 1678 das von den Schweden beherrschte Schwedisch-Pommern.“

Generale des Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatten mal wieder die Infantrie vergessen, als es mit Kanonen beim Dorf Hakenberg, zwischen Linum und Fehrbellin gegen die Schweden ging. Es gab wie oft, zu viele schwedische Gegner. Das Dragonerregiment vom Generalfeldmarschall Derfflinger unter Capitain von Kottwitz rettete die Situation in der auch der Prinz von Homburg auf dem linken Flügel bei Linum in der Klemme war. Es war ein furchtbares Gemetzel, da man in diesem Krieg dort vom Pferd herunter mit Spießen und Säbeln Schweden zu Gehacktes verarbeitete.

Seitdem futtert man in dieser Gegend lieber Fisch als Gehacktes. Schweden gibt es hier selten als Touristen. Die meiden die Gegend. Um so mehr Berliner und Tierfotografen aus halb Europa sind kurz nach den Störchen, die Ende März erscheinen, im Linumer Bruch mit Teleobjektiven, lang wie Säbel oder große Regenschirme unterwegs. Irren stundenlang zwischen den Teichen herum und essen anschließend Fisch gedünstet, gesotten, gegrillt und gebraten. Beim Futtern schaun sie auf die Teiche und ahnen nicht mal, dass sie eigentlich in Schweden wären, wenn es olle von Kottwitz mit seinen langen Messern nicht gegeben hätte.

Niemand sollte sich nun wundern, das es selten in einem Fischrestaurant ein Fischbesteck gibt. In Linum wird Fisch immer mit dem langen Messer gegessen!


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