Qype: Lon Men’s Noodle House in Berlin


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 ASIA Consommés vom FEINSTEN! 

Consommés sind klare Suppen; Kraftbrühe, Rinderkraftbrühe. Paul Bocuse würde sagen, hier im LON – MEN’ S NOODLE HOUSE macht man Suppen mit einer Consommé double, also einer doppelten Kraftbrühe. Ich hab keine Ahnung wie Paul Bocuse und vom Suppe kochen, ich hab Ahnung vom „Suppe essen“! Ich habe tausende Suppen gegessen wegen meinem vorgerücktem Alter. 
FEINE SUPPE!
Wie fast bei jedem Menschen kochte die eigene Mutter die beste Suppe der Welt. Meine sowieso, den die hielt nach der Zubereitung ellenlange Vorträge über ihre Suppen. Die Inhalte der Suppe zu beschreiben, kostete ihr die meiste Zeit. Alleine, wie oder wo sie die Rindermarkknochen besorgt hatte. Über Fleischer Bauerfeld, der ihr die Knochen zu überteuerten Preisen andrehte, verlangte sie, wenn sie gestorben wäre, ihr Grab neben Bauerfeld zu platzieren mit der Aufschrift „Der im Grabe nebenan machte mich zum Bettelmann!“ 
Ich schaute damals komisch in den Teller und konnte durch die teeartige Farbe bis zum Grund des Tellers sehen, wenn wenig Nudeln in der Suppe beinhaltet waren. Dabei rätselte ich noch, wo der Geschmack her kommt. Sie verschwieg manches, was noch in der Suppe stundenlang da so herum köchelte. Rinderaugen, Hühnerfüße, Sehnen, Bauchlappenhäute. 
Der Schwerpunkt der Erläuterung lag da mehr bei den Gemüse- und Salatsorten, die sie erst kurz vor dem Servieren in die in den Suppenteller schmiss und vorher sonstwoher besorgte. Brennesseln, Löwenzahn, Kresse, Weißkraut, Rotkraut, Spinat, Salat, Lauch, Frühlingszwiebeln, Rauke, Thymian, und, und, und. Nur Tabak war nicht in der Suppe. Manchmal aber Rotwein, Egri Bikaver, den schickte Oma Maria aus Szombathely. 
Manches zu tiefsten DDR Zeiten in Thüringen der fünfziger Jahre war da auch mal vom Nachbar sein Gewürzpflanzenbeet frisch geborgt oder frisch geklaut.

Was da in die Suppe so rein kam, hing von der Jahreszeit ab und dem was an Zulagen vorhanden war. Fakt war, wenn man die ersten Löffel Suppe in den Mund schaufelte, schnirpste es zwischen den Zähnen, wenn man das frische nicht tot gekochte Gemüse oder Salat mit dem würzigen Sud im Mund zu einem Brei mischte, der dann durch die meist hungrige Gurgel hurtig in den Magen wanderte. 

„Schmatz nicht so wie ein Chinese“ meinte dann meine Mutter.

Irma hieß sie, die Suppe kochen in Ungarn, Österreich, Frankreich, England und Thüringen lernte, ehe sie mich kurz nach der Muttermilch auf „Klare Suppe“ umstellte. Seitdem bin ich süchtig nach dem Zeug und brauche heute keine Zigaretten, keinen Joint, ich brauche Suppe. Klare Suppe. Die gebundenen Suppen und die Püreesuppen kommen erst an zweiter Stelle dieser Neigungen. 

„Klare Suppen werden häufig mit Suppeneinlage dargereicht meint Wikipedia. „Kraftbrühen bilden die Grundlage für klare Suppen mit Einlagen und weiteren Zutaten wie Grießnockerlsuppe, Backerbsensuppe, Leberknödelsuppe, Frittatensuppe, Leberspätzlesuppe, Nudelsuppe, Reibgerstelsuppe, Schinkenschöberlsuppe, Thüringer Schnippelsuppe und Zwiebelsuppe.“ 
Mit diesen Erfahrungen und Kenntnissen gesalbt kann ich schon ein wenig eruieren, was LON – MEN’ S NOODLE HOUSE für eine deftige würzige Suppe kocht. Eine feine, sehr feine Taiwanchinesische Nudelsuppe mit kleingeschnippelter Kuh an der Kantstrasse gegenueber der “Chinesischen Mauer”, einem chinesischem Kunstgewerbeladen, der auch Suppenschüsseln manchmal führt. Sind keine da, besorgt man welche mit dem nächsten Flieger aus Peking.
Meine Frau raunt, „Gucke mal diese komischen Alutöpfe, die die da haben – fast wie in irgendwo in Asien sieht das aus.“ Ich war noch nicht wie sie in Asien und kann das nicht beurteilen. Die Suppe schmeckt wie die Suppe von Irma. Sie brauchte die Erfahrungen aus fünf Ländern, um ihre Suppe zu kochen. „Im LON – MEN’ S NOODLE HOUSE steckt die Suppenerfahrung von wohl dreitausend Jahren! könnte ich jetzt literarisch schwer verbeutelt räsonieren. 
Denke aber, es ist das Rezept einer Taiwanesischen Oma, die in fünf Dörfern in die Töppe gelinst hat.

Sei es wie es sei, die Suppe zu löffeln lohnt sich. Empfehlenswert ist für die Nudeln die Gabel zu nehmen, wie bei den Spaghettis. Mir sind die Nudeln allszu vom Löffel gerutscht. Oder sie machen es wie manche groß gewachsenen Festlandchinesen, die sich nach Berlin verirrt haben. Die gickeln die Nudeln mit den Stäbchen auf und schlürfen die Brühe lautstark aus der Schüssel. Natürlich ohne Löffel!

Mein Beitrag zu Lon Men’s Noodle House – Ich bin rhebs – auf Qype

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