Qype: Kashmir Butique Majid Sultani in Berlin


Berlin

Die ZIEGEN und die KLUNKER!
Um, 1760 hat der Paschtunische Potentat und Dichter Ahmad Schah Durrani ein kleines Gedicht geschrieben, was in der Übersetzung lautet: „Ich vergesse den Thron von Dehli, wenn ich mich an die Gipfel der Berge meiner schönen Paschtunkhwa erinnere!“. 
Da dachte er sicher mehr an die klare und kühle Luft  dort oben in den Bergen und nicht an die schlappohrigen, gehörnten Kaschmirziegen von denen es etwa zwanzig Sorten gibt. Er dachte daran, dass in Dehli mehr gelogen und intrigiert wird, als in den Paschtunischen Bergen.

Kaschmirziegen
Foto: Wikipedia/Redtigerxyz 

Markthändler beim Karneval der Kulturen erzählten mir mehrfach, dass es im Himalaja echte Pashminaziegen gibt, die flitzen durch die Dornenhecken und verlieren ihr Bauchhaar, das von den Leuten und den Kindern dort mühsehlig eingesammelt wird. Aus der Wolle von drei Ziegen kann man einen einzigen echten Pashminaschal weben, schwört er beim Bart des Propheten und seine Schals wären aus 100 Prozent Pashminawolle, die im Kaufhaus des Westens  mindestens dreihundert Euro kosten, bei ihm aber garantiert nur die Hälfte. Ich nicke andächtig und ziehe weiter, mich interessieressieren nur die Storys um die Schals. Das mit dem KDW Preis stimmt, das mit der Ziege nicht. Es gibt keine Pashminaziegen!
„In den letzten Jahren wird der Begriff „Pashmina“ nicht nur in Deutschland häufig auch in anderem Sinne gebraucht: des öfteren werden unter der Bezeichnung „Pashmina“ Tücher aus Viskose, Polyester oder anderen Kunstfasern verkauft. Solche Schals werden dann oft nicht als „100 % Kaschmir“ bzw. „70 % Kaschmir“, sondern stattdessen als „100 % Pashmina“ bzw. „70 % Pashmina“ etikettiert. Da Pashmina jedoch keine nach dem deutschen Textilkennzeichnungsgesetz zulässige Materialangabe ist, stellt dies in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit dar und versucht, potenzielle Kunden über die künstlichen, nicht natürlichen Materialien zu täuschen.“ (Wikipedia)

In der Kashmir Boutique von Majid Sultani gibt es alle möglichen Schals aller Qualitäten und aller Preisgruppen. Ergänzt ist das mit Importschmuck mit dem Schwerpunkt Halbedelsteine und Silber. Man findet traditionellen Schmuck, der den Einfluß der ehemaligen Kolonialherren noch sehen lässt. Die Ringe sehen halt oft so richtig „Viktorianisch“ aus. Aber auch das traditionelles asiatisches Handwerk vieler Stämme liegt  bei Majid Sultani  in den Vitrinen neben Serienschmuck. Mit einen kleinen Trick kann man  Serienproduktion von originärer Handarbeit manchmal unterscheiden. Ist das gute Stück doppelt vorhanden und absolut identisch, ist es Serie mit einem sehr geringen Anteil Handarbeit zum Beispiel bei der Fasserarbeit. Edelsteine fassen können die Roboter noch nicht so richtig bei größeren Steinen. 
Schmuckhandel ist heute auf Grund der Globalisierung und den publizierten Zusammenhängen manchmal schnell durchschaubar. Ohne viel Mühe kann man da im Internet dahinter steigen: Fachhändler, wie Hotani Import-Großhandel – Eichborndamm 167, 13403 Berlin, verkaufen z.B. ein Bollywood Schmuck-Set: 1 Collier, 1 Stirnkette (Tikka) & 1 Paar Ohrstecker, goldfarbige Fassung mit Perlen und Glitzer 2 Modelle: Rani Heart und Rani-Sunflower, Jedes Set auf Kartendisplay einzeln verpackt, 1 VE = 12 Sets sortiert. zu 3,90 Euro, momentan sogar für 2,90 Euro. Preis gilt für gewerbliche Wiederverkäufer und ab ab Achtzig Euro Bestellwert. Im Internet hat Hotani einen Einzelhandel (indischenbasar.de) da kostet dieses Kolier 5,90 Euro, also mit rund 100 % Handelsspannenaufschlag. Das ist alles fair und legitim – Nur es ist Automatenschmuck, mit Roboterlinien in Indien nach neusten technischen Standard in exzelenter Qualität produziert. 
Diese Sachen sind aber bei  Majid Sultani noch nicht zu sehen und das soll schon den Unterschied dieser „kleinen“ Souterrainhändler in Qualität und Warenart hier hervorheben. Majid Sultani hat Kontakte in seine ehemalige Heimat und kauft bei Handwerkern, weniger bei Händlen direkt ein. Das sagt er mir jedenfalls so, als ich ihn danach frage.

Ein wenig stutzig macht mich aber dann ein Labelaufdruck auf einen Einhundertfünfzig Euro Schal „100 % Pashmina“. Da werd ich noch einmal nachfragen müssen!
© 2012 Richard Hebstreit

ZU BERLINER SOUTTERAINS

Mein Beitrag zu Kashmir Butique Majid Sultani – Ich bin rhebs – auf Qype

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