Qype: zeugmeisterey in Berlin


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Reenactmentledersachen, Mittelalter-Taschen und mehr…
Gegenüber „in der Krausnickstraße 23 hat der Professor Baller seine komischen „Balkongeländer“ verbrochen, bei denen man denken könnte, die sind alle Montags verschweißt“. Florian Heinrich nickt bestätigent. Er ist diplomierter Architekt und zufälligerweise auch kein Freund des weltweit berühmten Hinrich Baller.  Florian Heinrichs „Souterrain“  habe ich gefunden, weil ich der Nase nach dem Geruch nach Leder nach gegangen bin. Neben einem kaum noch lesbaren Schild “ Zeugmeistery“ ging es in seine Kellerwerkstatt.

Kellerwerkstatt

Er ist ein Seiteneinsteiger in die Täschnerei/Feintäschnerei und hat den Beruf durch seltsame Zufälle gelernt. Auf seinen Ausbildungsberuf Zimmerer konnte er aufbauen, als er mal eine alte verschlissene Tasche zu einem Täschner brachte, der ihn wieder nach Hause schickte und er so selber zur Ahle griff, um die Tasche zu reparieren. Er sagte der Architektur „Adieu!“, um eventuell auch nicht so Sachen wie von Hinrich Baller verzapfen zu müssen.
In Südfrankreich, auf einem Markt kam er vor einigen Jahren an edlen Täschnerwaren vorbei, die nach uralten Traditionen hergestellt wurden. Bei einem französischem Meister lernte er dessen Kniffe und KnowHow. Rund zwei Kilometer Luftlinie sind es bis zum Zeughaus, dem alten Preußischem Zeughaus, Unter den Linden, wo früher mal Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände gelagert und instandgesetzt wurden. Auch das „Lederzeug“. 

Florian Heinrich repariert nicht nur, sondern fertigt auch Neues an. Eine kleine Spezialisierungsrichtung ist Reencmentbedarf. Hier kann er das wissenschaftliche Wissen seines Studiums der Kunstwissenschaften und der klassischen Archologie voll ausleben. Stilsichere Replikate historischer  Geldkatzen, Taschen, Messerscheiden und Gürtel näht er nur mit der Hand zusammen. Noch sind bei den Frauen in Berlin die Langschäfterstiefel in und die gehen täglich aus dem Leim.  Florian Heinrich macht dann neue, selbst die kompliziertesten Nähte und hat auch damit sein Auskommen.

Messerscheide

Es wäre ihm zu wünschen, das er mal  einen ähnlichen Bekanntheitsgrad, wie der von Nikolaus Hohenstein, den beliebtesten Taschenreparierer in Berlin bekommt. Als Nikolaus in der RBB Serie „die Reparierer vorgestellt“ wurde, konnte er sein Geschäft für längere Zeitschließen und einen neuen Mitarbeiter einstellen. Es gibt in Berlin genug zu tun!
© 2012 Richard Hebstreit

Dieser Beitrag gehört zum Guide „BERLINER SOUTERRAINS“    

Mein Beitrag zu zeugmeisterey – Ich bin rhebs – auf Qype

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